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So war: “Brockmann trifft…” Ariane Willikonsky

Rhetoriktraining und Politik

Am 11. Januar 2019 fand der zweite Abend der Reihe „Brockmann trifft…“ in der Neuen Akademie statt. Nach dem Tübinger Rhetorik-Professor Dietmar Till war dieses mal Ariane Willikonsky zu Gast. Sie ist Leiterin des FON-Instituts und als Stimm- und Sprechtrainerin betreut sie, unter anderem, den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Im Jahr 2016 wurde sie von der Rhetorik-Akademie Tübingen als Trainerin des Jahres ausgezeichnet.

Ariane Willikonsky hatte nicht die besten Startvorraussetzungen eine erfolgreiche Unternehmerin zu werden: „Ich wurde mit 17 Jahren schwanger und da stellte sich die Frage: bekomme ich das Kind oder das Abitur? Ich habe mich für das Kind entschieden, auch wenn meine Eltern und der Vater nicht gerade begeistert waren.“ Kurze Zeit später lernte sie ihren jetzigen Ehemann kennen und sie bekamen ein zweites und ein drittes Kind. Ariane Willikonsky studierte an der Musikhochschule Stuttgart, für die man kein Abitur benötigt, schloss als Diplom Sprecherzieherin und Sprecherin, sowie Kommunikationstrainerin ab und machte sich in Stuttgart mit ihrer ersten 8m2 großen „Sprechstube“ selbstständig. Nach und nach kamen die ersten Mitarbeiter und dann half wie so oft der Zufall zu größerer Bekanntheit: „Am Anfang, wenn man sich selbstständig macht, bietet man alles an, was man so kann. Also auch Hochdeutschkurse, obwohl das nie meine große Leidenschaft war.“ Als ein Journalist über Umwege davon hörte, dass im Herzen des Schwabenlandes Hochdeutschkurse angeboten werden, entstand ein Artikel in den Stuttgarter Nachrichten darüber. Kurz darauf eine Doppelseite in der Bild-Zeitung, Interviews im SWR, ZDF und der ARD. Mit dem Slogan „Wir können alles, auch Hochdeutsch“ wurde Ariane Willikonsky zur „Hochdeutsch-Nanny der Nation“, wie sie sagt, und konnte sich vor Kunden kaum noch retten.

Ihren andauernden Erfolg verdankt sie aber vor allem dem ganzheitlichen Ansatz, den sie verfolgt: „Wer zu uns ins Wartezimmer kommt fühlt sich nicht krank, denn er sitzt zwischen der Sängerin, die versucht noch ein kleines Stückchen höher zu kommen und dem Politiker, der für eine große Rede am Wochenende probt.“ In Willikonskys Team finden sich demnach nicht nur Sprechtrainer und Logopäden, sondern auch Theaterpädagogen, Ergotherapeuten und Sänger. Im ganzen inzwischen 49 Mitarbeiter in vier Sprechstuben, darunter, als klassischer Familienbetrieb, auch ihr Mann und ihre drei Kinder. 

Auch wenn zu ihren Kunden Daimler, Bosch und Porsche Consulting gehören, so ist der sicherlich bekannteste davon Winfried Kretschmann. „Viele Politiker möchten ja nicht, dass man sieht, dass sie zum Stimm- und Sprechtraining gehen und kommen dann spätabends über den Hintereingang ins Institut. Winfried Kretschmann hingegen setzt sich ganz selbstverständlich ins Wartezimmer zu Familien mit kleinen Kindern und liest Zeitung.“

Zum Abschluss hatte Lorenz Brockmann noch eine Überraschung für Ariane Willikonsky vorbereitet: Da sie zur Preisverleihung nicht kommen konnte, überreichte er ihr am Freitag Abend nachträglich den Preis „Trainer des Jahres 2016“ den die  Rhetorik-Akademie Tübingen einmal im Jahr an eine herausragende Trainer-Persönlichkeit vergibt. Die Jury besteht dabei aus den Gesellschaftern Lorenz Brockmann, Gerhard Gieschen und Prof. Dr. Dietmar Till, sowie den Preisträgern der vergangenen Jahre. Über diese Auszeichnung freute sich Willikonsky besonders: „Die allermeisten Auszeichnungen, die es in diesem Bereich gibt sind gekaufte Preise. Man bekommt einen Brief und dann kann man sich in die Vorauswahl einkaufen. So was mache ich nicht. Deshalb habe ich mich so sehr gefreut als die Rhetorik-Akademie mich für den Preis nominierte und ich ihn dann auch bekam.“ Und an ihren Mann gewandt: „Wir müssen anbauen. Wir brauchen einen Kamin, um den Preis darauf zu stellen.“